Der Weltklimarat, das missratene Wunschkind PDF Print E-mail
20.12.2011
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Autorenbeitrag von Steffen Hentrich

 

Teenager leben oft unter einer Glasglocke des finanziellen und autoritären Schutzes ihrer Eltern. Ihr Selbstbewusstsein ist häufig nicht das Ergebnis von Leistung, sondern das Resultat der schützenden Hand von Mama und Papa. Großmäuligkeit, Intoleranz und aggressives Verhalten werden von den vor Liebe blinden Eltern als Durchsetzungsstärke interpretiert, Fehler übersehen oder aus Angst vor Gesichtsverlust unter den Tisch gekehrt. Tadel oder gar Bestrafung sind keine Optionen des elterlichen Erziehungsarsenals.

Was hier wie eine maßlose Übertreibung klingt, ist nach Ansicht der Journalistin Donna Laframboise eine reale Umschreibung der Beziehung zwischen der Weltstaatengemeinschaft und ihrem klimawissenschaftlichen Wunschkind, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Ihr neues Buch 'The Delinquent Teenager who was mistaken for the world's top climate expert' führt seine Leser durch die weithin unbekannten Details der Organisation, Arbeitsweise und Politik des IPCC. Kritikfähigkeit? Fehlanzeige. Expertise? So mancher verantwortliche Autor hat erst die Gelegenheit ergriffen, ganze Gutachtenkapitel beim IPCC abzuliefern, bevor er die Muße hatte, sein Universitätsstudium mit dem Master abzuschließen oder erste Forschungserfahrungen beim Verfassen einer Doktorarbeit zu sammeln. Politische Korrektheit, Herkunft und Geschlecht sind mindestens ebenso wichtige Auswahlkriterien wie der 'richtige' Standpunkt zu Klima- und Umweltfragen. Weltbekannten Fachleuten mit langjähriger Forschungsreputation wird dagegen die Tür gewiesen, wenn nur der Verdacht besteht, sie könnten wissenschaftlich unabhängig sein oder konträre Positionen zur herrschenden Meinung der Klimaforschung einnehmen. Interessenkonflikte? Nicht wenige Autoren sind Umweltaktivisten oder haben langjährige und intensive Verbindungen zu Umweltschutzverbänden in ihrer Vita. Damit ist das Sündenregister des IPCC bei weitem nicht abgeschlossen.

Im durch und durch politisierten Klimarat wird nur das akzeptiert, was die Botschaft von der Klimakatastrophe untermauert. Dafür sorgt die handverlesene Autorenschaft schon selbst und die verantwortlichen Politikvertreter erledigen zum Schluß den Rest. Am Ende stehen politische Pamphlete, die sich hinter dem Deckmäntelchen der Wissenschaftlichkeit verbergen. Das alles wäre weniger ein Problem, wenn wenigstens Medien und Öffentlichkeit immer wieder einen kritischen Blick hinter diese Kulissen des IPCC gewagt hätten. Doch hier herrschte lange Jahre Fehlanzeige. Stattdessen regnete es Lobhudelei, wurden jedem noch so spekulativen Bericht des Gremiums uneingeschränkte wissenschaftliche Autorität zugewiesen und Kritiker reflexartig mundtot gemacht. Ein Friedensnobelpreis sollte dem dann schließlich die Adelskrone der Unfehlbarkeit aufsetzen.

Seit geraumer Zeit, dank der unermüdlichen Aktivitäten der Blogosphäre und der akribischen Recherche von Autoren wie Donna Lafromboise, hat die Öffentlichkeit aber auch die Gelegenheit, ihre Blicke hinter die Kulissen der politischen Entstehungsgeschichte der Klimakatastrophe zu werfen. Höchste Zeit, denn der Preis für eine kritiklose Akzeptanz rigider Klimapolitik, die sich sehr gern über den Verweis auf die wissenschaftliche Verkündung des IPCC legitimiert, geht schon jetzt in Milliardenhöhe.

 

 

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Dieser Beitrag wurde auch als Buchrenzension bei Amazon.de veröffentlicht.

Weitere aktuelle Beiträge zur Autorin und ihrem Buch finden Sie in der Weltwoche und der Basler Zeitung.

In Kürze können Sie bei Ökowatch ein Interview mit der Buchautorin, die mit No Frakking Consensus auch ihren eigenen Weblog betreibt, lesen.

 

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