|
Die Sinar-Mas-Kampagne von Greenpeace - ein Überblick |
|
|
|
|
posted by ökowatch
|
|
1.09.2010 |
|
There are no translations available. Greenpeace hat am 6. Juli 2010 einen Bericht herausgegeben, in dem Unternehmen namentlich aufgefordert werden, ihre Geschäftsbeziehungen mit dem indonesischen Unternehmen Sinar Mas zu beenden. In dem Bericht werden Unternehmen aufgezählt, die dies schon getan haben, andere, die dies noch nicht getan haben, werden aufgefordert, dies zu tun.
Ökowatch hat diese Kampagne unter Beobachtung gestellt, mit folgendem Fokus laut der Ökowatch-Philosophie:
Sind die vorgebrachten Vorwürfe berechtigt und die aufgeführten Daten korrekt?
Wird den Unternehmen ausreichend Zeit zur Prüfung der Vorwürfe und ggfs. zu Anpassungen gegeben?
Werden die Vorwürfe durch die genannten Unternehmen geprüft, bevor eine Kündigung der Lieferverträge in Betracht gezogen wird? Oder reicht die Gefahr einer Imageschädigung schon aus, um Lieferverträge zu kündigen oder auf bestimmte Produktbestandteile wie Palmöl zu verzichten?
Werden den Belangen des Naturschutzes die Belange der Menschen in den Entwicklungsländern gegenübergestellt oder werden diese ignoriert?
Ökowatch hat am 8. Juli 2010 eine Internationale Pressemitteilung zu dieser Greenpeace-Kampagne veröffentlicht und die betroffenen Unternehmen für eine Stellungnahme angeschrieben.
In der New York Times und der Financial Times sind am 5. Juli 2010 Artikel zum Thema erschienen. Reuters berichtet am 5. August 2010 zum Thema.
Bei Greenpeace gibt es eine Sonderseite mit allen Veröffentlichungen zum Thema.
Der indonesische Palmöl-Produzent Sinar Mas selbst sieht sich laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP durch einen unabhängigen Prüfbericht von dem Vorwurf entlastet, ökologisch wertvollen Regenwald in Indonesien zu zerstören. Die niederländische Zertifizierungsfirma BSI und die britische Control Union Certification hätten bestätigt, dass die Sinar-Mas-Tochter Smart nicht verantwortlich sei für die Rodung von Urwäldern oder Orang-Utan-Lebensräumen, so das Unternehmen. Unternehmenschef Daud Dharsono erklärte, Smart handele "verantwortungsbewusst und gemäß der indonesischen Gesetze". Greenpeace bestätigte zwar die Unabhängigkeit des Berichts, hält aber an der Kritik fest.
In Schutz genommen wurde Sinar Mas auch durch den Wirtschaftswissenschaftler James M. Roberts, in der Zeitschrift The American. Roberts geht davon aus, dass die Forderungen von Greenpeace vor allem deshalb von politischer Seite bereitwillig aufgenommen würden, weil sie europäischem und nordamerikanischem Protektionismus ermöglichen. Die Produzenten vergleichbarer Produkte in diesen Regionen fürchten die billigere Konkurrenz aus Asien. Entsprechend üben sie Druck auf ihre Regierungen aus. Da Handelsbeschränkungen aus protektionistischen Gründen aber gegen internationale Handelsbeschränkungen verstoßen würden, sollen sie jetzt unter dem Deckmantel des Umweltschutzes eingeführt werden.
Dass der Anbau von Ölpalmen mit erheblichen Entwicklungsperspektiven in den betroffenen Schwellenländern verbunden ist, hat der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Gernot Pehnelt in seiner Studie „Palmöl – eine nachhaltige Ressource?“ dargelegt.
Ökowatch wird weitere Informationen zur Kampagne an dieser Stelle dokumentieren.
Siehe auch: Ökowiki-Eintrag "Palmöl" |
Comments
http://oekowatch.org/index.php/de/component/content/article/1-beitraege/309-joerg-forthmann-wie-greenpeace-unternehmen-angreift-am-beispiel-der-ubs
RSS feed for comments to this post