| Fukushima: Strahlenangst gefährlicher als Strahlung? |
|
|
|
| 22.11.2011 |
|
There are no translations available. Autorenbeitrag vonNach aktuellen Presseberichten befürchten die japanischen Behörden, dass die Angst vor Strahlenschäden mehr psychische Schäden in der Bevölkerung auslöst, als echte Gesundheitsschäden aufgrund höherer Strahlungsexposition nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zu erwarten sind. Nach Auskunft von Michiaki Kai, Professor für umweltbezogenen Gesundheitsschutz an der Oita Universität für Pflege und Gesundheit, war abgesehen von wenigen Beschäftigten auf dem Kraftwerksgelände niemand bedenklichen zusätzlichen Strahlendosen ausgesetzt. Nach wie vor bestehe unter den Experten Uneinigkeit, ob eine lineare Wirkung-Dosis-Beziehung hinsichtlich gesundheitlicher Schäden auch bei so geringen Strahlenbelastungen besteht, wie sie in der Umgebung des Katastrophenreaktors aufgetreten sind.
Doch auch wenn derartig geringe zusätzliche Dosen das Krebsrisiko erhöhen, so ist es schwierig, ihren Beitrag gegenüber der natürlichen Hintergrundstrahlung zu quantifizieren. Für die Betroffenen hätte die zusätzliche Strahlenexposition ohnehin wenig Bedeutung, da sie das Risiko einer Krebserkrankung im Lebensverlauf nur sehr geringfügig erhöhen würde. Evakuierungen wurden ab einer Strahlenexposition von 20 mSv durchgeführt, dem Siebenfachen der Exposition eines Durchschnittsamerikaners aus der natürlichen Hintergrundstrahlung. Setzt man ein Kind dieser Dosis für ein Jahr aus, so David Brenner von der Columbia University, ergibt sich die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung über das gesamte Lebensalter von 1 zu 400 oder zusätzlicher 0,25 Prozent zum ohnehin vorhandenen Krebsrisiko von 40 Prozent. Die tatsächliche durchschnittliche Dosis der im Reaktor tätigen Aufräumkräfte betrug 8 mSv, was eine Erhöhung der statistischen Krebswahrscheinlichkeit über das Lebensalter von 0,05 Prozent bedeuten würde. Wolfgang Weiss, Leiter der UN-Kommission zur Bewertung der Effekte radioaktiver Strahlung, kommentierte, dass eine Quantifizierung derartiger Effekte aufgrund der fehlenden Nachweisbarkeit der Schäden von Niedrigdosisexpositionen generell nicht möglich sei.
Quelle: Future Cancers From Fukushima Plant May Be Hidden, abc News, 20.11.2011
Über theoretische und empirische Fragen der Belastung durch radioaktive Strahlung erfahren Sie mehr in Klaus-Dieter Humpich, Atommüll - Versuch einer Neubetrachtung, Liberale Perspektiven, 2011. |







http://oekowatch.org/index.php/de/oekowatch-blog/diskussionsregeln
Please adhere to our discussion rules:
http://oekowatch.org/index.php/en/articles/discussion-rules