Greenpeace stopft das Sommerloch mit giftigen Kassenbons PDF Print E-mail
17.08.2011
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Autorenbeitrag von Steffen Hentrich

 

Nachdem schon vor gut einem Jahr das Sommerloch mit den Berichten von Bisphenol A (BPA) in Kassenbons gestopft wurde, legt Greenpeace noch einmal nach: Jetzt hat man auch die Übeltäter dingfest gemacht und weiß zu berichten, wer genau die „gefährlichen Kassenbons“ unters Volk bringt.

Schon im letzten Jahr hatte ich hier demonstriert, dass man Kassenbons schon verspeisen müsste, um sich mit der Substanz BPA über das als unbedenklich angesehene Maß hinaus zu belasten. Der Verzehr von Kassenbons kann allerdings,

wie es auch Greenpeace in ihrer Pressemitteilung andeutet, als wichtiger Expositionsweg ausgeschlossen werden. Selbst Kinder essen lieber Schokolade als den Kassenbon des familiären Wochenendeinkaufs. Aber auch die Aufnahme der Chemikalie über die Haut in gesundheitsgefährdenden Größenordnungen ist unwahrscheinlich, da nur sehr geringe Mengen der Substanz die Haut durchdringen. Unter der Annahme, dass nur zehn Prozent der nach Handhabung eines Kassenbohns auf der Haut wiedergefundenen Menge von 2 Mikrogramm BPA, also 0,2 Mikrogramm, durch die Haut dringen und in den Organismus gelangen, müssten täglich mehr als 16.000 Kassenbons durch die Hände eines 65 kg schweren Erwachsenen gehen, bis dieser eine dem Grenzwert von 50 mg/kg-Körpergewicht (TDI) entsprechende Menge von 3.250 Mikrogramm aufgenommen hat. Selbst für das Kassenpersonal von Supermärkten dürfte daher bei der Handhabung von Kassenbons keine Gefahr bestehen.

Überdies betonte das Bundesinstitut für Risikobewertung unter Berufung auf die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erst im Mai dieses Jahres, dass auch neuere Untersuchungen zur Wirkung von BPA keine Veränderung der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge (TDI-Wert) für Bisphenol A erforderlich machen. Zudem kam eine jüngst im Auftrag der amerikanischen Umweltbehörde EPA erstellte Studie zur Verweildauer von BPA im menschlichen Körper zu dem Ergebnis, dass der Organismus den Stoff sehr schnell metabolisiert bzw. wieder freisetzt, bevor die Schadwirkung in bedenklichem Maße einsetzen kann. Insgesamt gibt es daher wenig Evidenz für das von Greenpeace lancierte Problem. Die Angst vor dem Kassenbon ist also im diesjährigen Sommerloch genauso unbegründet wie schon im vergangenen.
 

Comments  

 
# Pierre Cambronne 2011-08-22 13:47
Hallo,

konnte nicht widerstehen, diesen Beitrag in meinem Blog "Ökodiktatur" zu zitieren und zu verlinken. Mir selber ist ansonsten nichts sinnvolles eingefallen, was man diesem real-existierenden Wahn-Sinn noch hinzufügen könnte.

Viele Grüsse,
PC
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