Neue Netze braucht das Land PDF Print E-mail
25.03.2011
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Autorenbeitrag von Steffen Hentrich

 

Dass der von der Bundesregierung forcierte Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger für die Stromerzeugung ein billiges Unterfangen wird, glauben inzwischen nur noch wenige. Allein der Ausbau der Übertragungsnetze dürfte nach Schätzungen der Deutschen Energie-Agentur bis zu 5 Mrd. Euro kosten. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und der teure Spaß fängt erst richtig an.

 

Vor einigen Tagen machte der Bundesverband der Energie- und Wasserversorger (bdew) in einem Kurzgutachten darauf aufmerksam, dass die Angelegenheit nicht mit dem Ausbau von ein paar tausend Kilometern Übertragungsnetzen aus der Welt ist, sondern auch noch ein massiver Ausbau der Verteilnetze von bis zu 380.000 km notwendig ist. Dafür wird eine Investitionssumme von weiteren 27 Mrd. Euro fällig, für die man bei den Netzbetreibern eine Rendite erwartet, die den Gewinnen anderer, gleich riskanter Kapitalanlagealternativen das Wasser reichen kann. Diese Renditen müssen mit den Netznutzungsentgelten verdient werden, werden sich also über kurz oder lang in den Strompreisen von Haushalten und Unternehmen wiederfinden. Noch scheint diese ernüchternde Botschaft bei vielen Bürgern dieses Landes nicht angekommen zu sein. So wie einst Ina Deter und ihre Band das Land auf ihrer Suche nach neuen Männern plakatieren wollte, käme heute etwas mehr Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Netzausbau in Frage: Ich sprüh’s auf jede Wand, „Neue Netze braucht das Land“. Der Beifall vor Ort dürfte nicht nur aus finanziellen Gründen verhalten ausfallen.

 

ursprünglich erschienen auf dem "Blog des Liberalen Instituts"

 

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