| Die Illusion des Energiesparmeisters |
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| 22.03.2012 |
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There are no translations available. Autorenbeitrag von Steffen Hentrich
Die Grundschüler einer Grundschule in Prösen (Brandenburg) beteiligten sich an einem Klimaschutz- und Energiesparwettbewerb mit der Idee, dass die Verwendung des Apfels als Naturheilmittel zum Besipiel gegen Erkältungskrankheiten einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. Schließlich würde man durch den Konsum der vitaminreichen Äpfel auf teure und unter hohem Energieeinsatz produzierte Medikamente verzichten können. Ein Bratapfel mit Honig wäre doch genauso gut wie eine Halsschmerztablette. Sicher, für die Gesundheit mag das stimmen, schließlich bekämpfen beide Heilmittel nur die Symptome, nicht aber die Ursachen einer Erkältung, doch für das Klima dürfte diese Rechnung leider nicht aufgehen. Den Kindern kann man daraus keinen Vorwurf machen, denn ihr Verständnis für ökobilanzielle Zusammenhänge dürfte altersbedingt recht beschränkt sein, doch von einem akademisch gebildeten Grundschullehrer sollte man erwarten können, sich den Versuchungen einer grünen Weltanschauung vom natürlichen Leben nicht so schnell geschlagen zu geben. Immerhin tragen unsere Pädagogen die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder als kritische Geister aufwachsen. Schauen wir uns das Ganze einmal etwas näher an.
Ein durchschnittlicher Apfel bringt etwa 200 g auf die Waage, so dass bei seiner Herstellung bei einer spezifischen Emissionsintensität von durchschnittlich 400 g CO2 pro kg Äpfel etwa 80 g CO2 emittiert werden. Das war einfach. Etwas komplizierter wird die Abschätzung der CO2-Emissionen von Medikamenten, da hier keine Emissionsdaten direkt zur Verfügung stehen. Hier muss man sich mit einer Krücke behelfen. Die deutsche Pharmaindustrie emittierte im Jahr 2007 laut amtlicher Statistik (Statistische Umweltgesamtrechnung) kummuliert direkt und indirekt rund 14 Mio. Tonnen CO2 und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von knapp 43 Mrd. Euro. Bezieht man beide Kennwerte in der Annahme nur unwesentlicher Änderungen zwischen beiden Jahren aufeinander, so wurden pro Euro Pharmaumsatz rund 333 g CO2 emittiert. Eine Halsschmerztablette der bekannten Marke Neo-Angin schlägt mit rund 0,25 Euro zu Buche. Bezogen auf die umsatzspezifischen Treibhausgasemissionen der Pharmabranche ergibt das ebenfalls rund 80 g CO2 pro Halsschmerztablette. Vergleicht man das aber mit den Emissionen eines Bratapfels, bei dem nicht nur die 80 g CO2 bei der Herstellung, sondern auch noch einmal mindestens 70 g CO2 bei der Zubereitung im Backofen (15 min: 0,3 kWh Erdgas a 230 gCO2/kWh) zu berücksichtigen sind, dann ist die medikamentöse Behandlung der Halsschmerzen der von den Kinder empfohlenen Naturheilmethode aus Klimaschutzperspektive vorzuziehen. Die pauschalen Aussagen der Kinder, dass der Medikamenteverbrauch zu hoch und überdies energieintensiv und klimaschädlicher als mögliche Alternativen sei, sind somit nicht haltbar. Die Lehrer hätten es besser wissen müssen.
Schon diese sehr grobe Überschlagsrechnung zeigt, dass Umwelterziehung in den Schulen nicht allein mit Intuition und der unhinterfragten Akzeptanz des ökologistischen Zeitgeistes zu leisten ist. Auf diese Weise erzieht man zwar kleine Überzeugungstäter, die schnell in der Lage sind, auswendig gelernte Klimaschutzparolen vor laufender Kamera aufzusagen, aber keine zukünftige Generation von Menschen mit echten Fähigkeiten zur Lösung privater oder gar gesellschaftlicher Probleme. |







Comments
Wenn man jeden Tag einen Apfel ißt, hinterläßt man einen "Fußabdruck" von 29,2 kg CO2/ Jahr. Bei durchschnittlichem Krankheitsverlauf von einer Woche verschlingt man ca. 10 Tabletten, wenn man ungefähr 4x im Jahr krank ist, sind das 40 Tabletten, also nur 3,2 kg CO2/ Jahr.
Eine echte Milchmädchenrechnung!
Solche "Gesamtrechnungen", wie Sie eine hier fabriziert haben, sind genauso kurzsichtig und unvollständig, wie Sie es der grünen "Idiologie" vorwerfen, die in den Schulen propagiert würde. Ach und Ihre Rechnung löst mit Nichten irgendwelche Probleme und wenn dies mit dem zu lösen wäre, was Sie und ich in der Grundschule gelernt haben, dann hätte die Gesellschaft Ihnen und mir kein teures Studium finanziert. Also lassen Sie die Kirche im Dorf und den Kindern die Natur als Vorbild. Daran ist nicht im Geringsten etwas falsch.
dann machen Sie uns doch mal eine ernsthafte und faktenreiche Gegenrechnung vor.
Möglicherweise wird dann der grünen Idiotologie nicht mehr so viel vorgeworfen.
Beste Grüße B.
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