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Begriff Definition
Palmöl

Palmöl (auch: Palmfett) ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird.

 

Die Früchte der Ölpalme werden sterilisiert und gepresst, um rohes Palmöl zu erhalten. Darüber hinaus existiert auch noch Palmkernöl, das aus den Kernen der Ölfrüchte gewonnen wird und sich hinsichtlich seiner Zusammensetzung vom Palmöl unterscheidet.

 

Palmöl wird für die Herstellung von Nahrungsmitteln, Kosmetika, Reinigungsprodukten und als Energiequelle, zum Beispiel für Biokraftstoffe, genutzt.

 

Die wichtigsten Anbauländer für Ölpalmen sind Indonesien und Malaysia, deren Anteil zusammen 85 Prozent der Weltproduktion ausmacht.

 

Vor allem aufgrund der Plantagenwirtschaft, die für die Abholzung großer Regenwaldflächen in den Hauptanbaugebieten verantwortlich gemacht wird, steht der Anbau von Palmöl bei vielen Umweltschutzorganisationen in der Kritik. Laut Aussagen der Organisationen Greenpeace und Rettet den Regenwald werden für die Errichtung neuer Ölpalmplantagen in großem Umfang Regenwälder zerstört.

 

Die Nutzung von Palmöl ist auch deshalb in den letzten Jahren gestiegen, weil die Nutzung von Biokraftstoffen in der Europäischen Union und in anderen Staaten subventioniert und vorgeschrieben wird. Bei Biokraftstoffen handelt es sich um flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden. Neben Ölpalmen gehört Raps zu den wichtigsten Ausgangsstoffen für Biokraftstoff. Die EU-Richtlinie 2009/28/EG (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) beschreibt und regelt die Verwendung von Biokraftstoffen in Europa. Bis 2020 muss nach der Richtlinie eine Beimischungsquote von zehn Prozent zu den fossilen Kraftstoffen erfolgen. Durch die in der Richtlinie enthaltenen Vorgaben zur Nachhaltigkeit wird die Einfuhr von palmölhaltigen Produkten in die Länder der Europäischen Union allerdings de facto beschränkt.

 

Angesichts der massiven Kritik an der Verwendung von Palmöl ist das unabhängige Forschungs- und beratungsinstitut „GlobEcon“ mit Sitz in Jena in einer von den Volkswirten Dr. Gernot Pehnelt und Christoph Vietze erstellten Studie der Frage nachgegangen, inwieweit die Kritik berechtigt ist. Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass neue Ölpalmenplantagen nur einen verhältnismäßig geringen Anteil (zwischen 3,9 und 10,5 Prozent in Indonesien) an der innerhalb der letzten 20 Jahre gerodeten Regenwaldfläche haben. Auch lasse die Kritik die positiven ökonomischen und ökologischen Effekte des Palmöls außer acht. Im Einzelnen wurde die Palmölindustrie im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Emission von Treibhausgasen, die Biodiversität und die wirtschaftliche Entwicklung untersucht.

 

Treibhausgasperspektive

So wiesen Biokraftstoffe laut Pehnelt auf Basis von Palmöl eine bessere Treibhausgasbilanz auf als solche aus Raps, auch würden in der EU-Richtlinie Lebenszyklusanalysen und der Energieinput nur unzureichend und das Thema Düngemitteleinsatz überhaupt nicht berücksichtigt. Bei einer objektiven, ökobilanziellen Betrachtung sei die Treibhausgas-Reduktionsperformance von Palmöl wesentlich besser als die anderer Treibhausgase.

 

Biodiversitätsperspektive

Pehnelt weist darauf hin, dass ökobilanzielle oder Biodiversitäts-Analysen, wenn sie wissenschaftlich belastbar sein sollen, immer im Vergleich mit relevanten Alternativen erfolgen müssen. Ölpalm-Plantagen sind im Vergleich zu den meisten Monokulturen relativ artenreich. Ca. 15 Prozent der in tropischen Primärwäldern und ca. 50 Prozent der in Sekundärwäldern vorkommenden Arten sind auch auf Ölpalmen-Plantagen anzutreffen. Zwar ist die Biodiversität im Vergleich zu ursprünglichen, tropischen Ökosystemen deutlich reduziert, im Vergleich zu europäischen Agrarflächen und Monokulturen wie Soja und Zuckerrohr können Ölpalm-Plantagen jedoch als artenreich und divers bezeichnet werden. Natürliche Ökosysteme und Habitate könnten durch geeignete Maßnahmen wie Naturschutzgebiete geschützt werden.

 

Entwicklungsperspektive

Palmöl hat bereits jetzt eine herausragende Bedeutung in der Nahrungsmittelindustrie. Pehnelt und Vietze betonen, dass der Anbau von Ölpalmen weitere Möglichkeiten zur Einkommenserzielung und zu wirtschaftlichen Entwicklung in tropischen Ländern bietet, in denen Hunger und Armut nach wie vor verbreitet sind. Palmöl könnte ein Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Südostasiens und auch einiger afrikanischer Länder werden. Als Grundstoff für Biokraftstoffe biete es erhebliche Kostenvorteile gegenüber anderen Pflanzenölen, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft seien.

 

 

Quellen

 

 

Beiträge bei Ökowatch mit dem Suchbegriff "Palmöl"

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