Australien will Klimazertifikate für Kamelabschüsse vergeben PDF Drucken E-Mail
10.06.2011

In Australien leben mehr als 1,2 Millionen wilde Kamele, die beim Rülpsen auch Methan ausstoßen. Jetzt wird ihnen deshalb der Kampf angesagt, wie der Focus unter Berufung auf die dpa berichtet: "Mit dem Abschlachten rülpsender Kamele will Australien zur Klimarettung beitragen. Der Vorschlag, für die getöteten Paarhufer CO2-Zertifikate auszugeben, kommt nächste Woche ins Parlament und hat schon Zuspruch von allen Parteien. „Die Zertifikate könnten im In- und Ausland an Firmen verkauft werden, die Verschmutzungsrechte brauchen“, sagte der zuständige Staatssekretär, Mark Dreyfus, am Donnerstag."

 

Ökowatch meint:

Das Thema der wildlebenden und sich vermehrenden Kamele in Australien ist kein neues und wurde bisher nur unter dem Gesichtspunkt der durch die Kamele verursachten Schäden behandelt. Pläne, die Kamele zu töten, gab es schon länger. Die Klimapolitik wird hier - wie schon bei anderen Themen - instrumentalisiert, um bestehende Interessen umzusetzen und finanzielle Vorteile zu erzielen. 

 

Dennoch erstaunt die Begründung: Bisher wurde für die Notwendigkeit einer Klimapolitik hauptsächlich angeführt, dass zukünftiges Leben auf der Erde geschützt werden müsse. Der Vorschlag, heute Tiere zu töten, um zukünftig Lebewesen potentiell zu schützen, führt deshalb in ein nicht ganz einfach aufzulösendes ethisches Dilemma. 

 

Zukünftig werden Umweltschützer, wenn man diese Begründung akzeptiert, statt Leben nur zu schützen, wohl in die Rolle eines Richters über Leben und Tod schlüpfen müssen: Wieviel ist das Leben einer Art wert im Vergleich zu einer anderen? Wie ist heutiges Leben gegen potentielles zukünftiges Leben zu bewerten?

CO2 als essentieller Bestandteil des Lebens scheint geradezu dafür prädestiniert, die Frage nach der Berechtigung und Zuteilung von Leben zu stellen, wenn man es zu einer knappen Ressource macht, deren Ausstoß möglichst klein gehalten werden muss.

 

Man kann für die Kamele nur hoffen, dass viele bald bemerken, dass die Gesamtbiomasse an Kamelen auf der Erde im Vergleich zur Gesamtbiomasse an Menschen vernachlässigbar ist. Oder vielleicht besser nicht, sonst kommt noch jemand auf die Idee...

 

zum Artikel auf "focus.de"

 

Kommentare  

 
# richter 2011-06-11 15:03
"sehr gute Vorarbeit für die Ideen der deutschen Ökospinner die Rindviecher zu beseitigen und/oder zumindest dauerhaft in ihren Stallungen zu belassen !"
"Kamele gibt es also in Hülle und Fülle...

Erich Richter
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# Chris 2011-06-12 09:02
Soweit sind wir also schon: die Ökofaschisten unterscheiden zwischen unwertem und wertem Leben...

Chris
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# Jürgen Koch 2011-06-12 20:12
Der ehrenwerte Bill Gates sinniert schon öffentlich über die Dezimierung der Menschheit.
Sein Thema ist, daß entweder der CO2-Ausstoß auf Null gebracht oder die Menschheit erheblich reduziert wird.
Die entsprechenden Videos von Interviews mit ihm zu diesem Thema gibt's bei youtube zu sehen ( "Bill Gates", "Population Control" ).
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# kikri 2011-06-13 07:07
Die Kamele haben den Kohlenstoff vorher selbst aus umweltfreundlicher Biomasse aufgenommen. D.H. sie haben vorher Gras gefressen.

Was machen wir den mit dem grösste CO2-Verursacher "Mensch"?

Ist Gadhafi ein Klimaschützer, weil er seine Leute hinmetzelt?
Ist die Toesstrafe ein Klimaschutzprogramm?
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