| Hybridkraftwerk - einzigartige Verschwendung am Netz |
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| 27.10.2011 |
Autorenbeitrag von
Mit "Einzigartiges Hybridkraftwerk am Netz" untertitelte die taz gestern einen Beitrag über die Eröffnung einer Anlage, in der Strom aus einer Windkraftanlage zu Wasserstoff elektrolysiert wird, um daraus Kraftstoffe und zusammen mit Biogas in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) Strom herzustellen. Ohne Zweifel ein feines Stück Ingenieurskunst, doch wirtschaftlich eine einzige Katastrophe.
Schließlich, das muss selbst der sonst eher euphorische Autor des taz-Artikels konstatieren, kann weniger als die Hälfte des eingesetzten Windstroms wieder in nutzbare Energie umgewandelt werden. Das wäre nicht weiter besorgniserregend, wenn am Ende der Wertschöpfungskette ein marktfähiges Produkt entstehen würde. Doch von dem ohnehin zu nicht marktfähigen Kosten produzierten Windstrom geht noch einmal mehr als die Hälfte für die Nutzung verloren. Dabei kann zwar je nach Betriebsmodus der Anlage eine Aufwertung des Windstroms erreicht werden, weil die Anlage prinzipiell für den Ausgleich von Bedarfs- und Angebotsschwankungen ausgelegt ist, aber ein wirtschaftlicher Betrieb des Gesamtsystems ist ausgeschlossen. Kein Wunder, dass dieses "Leuchtturmprojekt" nicht ohne staatliche Förderung des Landes Brandenburgs realisierbar war. Vor diesem Hintergrund stellt sich die berechtigte Frage, ob dieses Projekt wirklich "der Grundstein für die Energiewende" oder eher ihr Sargnagel ist.
taz: "EINZIGARTIGES HYBRIDKRAFTWERK AM NETZ - Kraftwerk speichert Windenergie"
Focus: "Hybridkraftwerk in Prenzlau - Aus Wind wird Wasserstoff wird Strom" |








Kommentare
Soweit in Kürze && Grüsse von der Ucker
ich habe keinen Zweifel daran, dass man sich mit dieser Anlage bemüht das technologisch Mögliche umzusetzen. Doch darum geht es in meiner Argumentation nicht, sondern um die Tatsache, dass eine Anlage wie diese nur in einem hochsubventionierten Energiemarkt sinnvoll ist. Sollten die Energieträger eines Tages knapp werden können solche Anlagen ihre ökonomische Rechtfertigung noch früh genug beweisen. Zum derzeitigen Zeitpunkt jedoch halte ich das aus volkswirtschaftlicher Perspektive für einen unverantwortlichen Umgang mit knappen Ressourcen. Den Markttest würde die Anlage wohl nicht bestehen, selbst wenn man Umweltexternalitäten im Preis vollständig berücksichtigen würde. Deshalb mag diese Anlage in ihrer politischen Logik ein Fortschritt sein, aus der Perspektive der Verbraucher und Steuerzahler ist sie es noch nicht.
Mit besten Grüßen
Steffen Hentrich
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