| Anmerkungen zu den Wurzeln des Ökologismus |
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| 7.10.2011 |
Leserbeitrag von Dr. rer. nat. Ulrich Otto
Dr. Ulrich Otto, Jahrgang 1953, Studium der Physik, Geographie, Geologie, Ökologie und Botanik, Dipl.-Geograph, Promotion zum Dr. rer. nat. Landschaftsökologie. Berufliche Tätigkeit in den Bereichen Klimamodellierung, Hochschullehre, Stadt- und Regionalplanung, Landschaftsplanung, Fernerkundung, Geo-Infomationssysteme, Umweltverträglichkeit, Anlagensicherheit und Ökologisches Projektmanagement. Früheres Mitglied des BUND, langjährige politische Erfahrung als Kommunalpolitiker der Grünen und aktuell der CDU in den Bereichen Planung, Verkehr, Energie und Umweltschutz.
Umwelt- und Naturschutz sind als Politikfeld heutzutage in aller Munde! Kaum ein im Umweltschutz Engagierter, der nicht wüsste, wie man die Welt retten könnte, angefangen vom Baum in seiner Stadt bis hin zur Rettung des Globus vor der Klimakatastrophe. Jeder weiß heutzutage - oder meint zumindest zu wissen - was Ökologie ist und wie man Nachhaltigkeit als Lebensphilosophie definieren muss. Und wer anderer Meinung dazu ist als die zumeist selbsternannten "Experten", den trifft die schwere Keule der moralischen Verachtung oder die Beschuldigung, zum Untergang der Welt beizutragen.
Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Wie konnte aus einer romantisch-verträumten Bewegung, die sich dem Schutz der Natur verschrieben hatte, eine in weiten Teilen intolerante und zuweilen sogar militante Bewegung werden?
Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich mit den Wurzeln der Bewegungen befassen, die in einer Art gentechnischem Experiment diese Hydra Umweltbewegung geschaffen haben:
All diese Ursprünge sind in der Umweltbewegung komplex verwoben vorhanden. Sie sind nicht vollständig voneinander zu trennen, bilden jedoch die Ursuppe der Umweltbewegung heutiger Prägung. Je nach Herkunft und Sozialisation der Personen gibt es natürlich Schwerpunkte in der Betrachtung der Welt, aber es gibt doch viele Gemeinsamkeiten, die es zulässig erscheinen lassen, von einer übergeordneten Bewegung zu sprechen. Vor allem aber gibt es ein gemeinsames Verständnis von Umweltschutz als politischem Auftrag!
Allen gemeinsam ist der Hass auf das Kapital, der Wurzel allen Übels und somit eindeutig im Erbgut der Linken zu verankern! Dabei manifestiert sich dieser Hass besonders militant bei den Globalisierungsgegnern und nimmt über Linke und Grüne hin zu den Naturschützern beständig ab, auch wenn diese gerne auch über die Versiegelungsorgien in den Städten und die Hyperintensivierung der Landwirtschaft klagen, die natürlich dem Kapital geschuldet sind. Eine Ausnahme von dieser Regel sind die Jäger, die fast immer mit dem Kapital verbandelt sind und sich dennoch als Umweltschützer verstehen.
Das zentrale, gemeinsame Merkmal aller Umweltbewegten, egal welcher Herkunft, ist die Art und Weise des Umgangs mit Andersdenkenden! Der Umweltaktivist wähnt sich stets im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit und ist daher beseelt von einem brennenden Missionierungsdrang, der bei Nichterfolg im harmlosen Fall in Verachtung, schlimmstenfalls in blindem Hass mündet. Beispiele für Letzteres sind militante Tierschützer, die auch vor Mordanschlägen nicht zurückschrecken, Walschützer, die Schiffe angreifen, aber auch die stets zu Gewalttaten bereiten Gruppen von Globalisierungsgegnern. Aber auch ohne Gewaltbereitschaft pflegen „Umweltschützer“ weniger die politische und noch weniger die wissenschaftliche Diskussion zu führen, da es sich bei ihren Überzeugungen eher um Glaubensdogmen als um sachlich fundierte Positionen handelt. Entsprechend dieser Haltung werden Andersdenkende eher als Häretiker denn als politische Gegner verstanden und gäbe es noch die Scheiterhaufen der Inquisition, würden sie auch als solche behandelt! Groteskestes Beispiel für diese Art der politischen Auseinandersetzung ist die Diskussion um den Klimawandel, die mehr und mehr den Charakter eines Glaubenskriegs als einer wissenschaftlich fundierten politischen Auseinandersetzung angenommen hat.
Hauptwaffe der Umweltbewegung ist die Generierung von Opfern. Die Instrumentalisierung tatsächlicher oder auch nur vermeintlicher Opfer ist der schwere Säbel der Umweltbewegung. Egal, ob es sich um eine vom Aussterben bedrohte Pflanzenart, Tiere aus der Intensivtierhaltung oder Südsee-Insulaner handelt, die, vom Meeresspiegelanstieg bedroht, ihre Heimat verlieren könnten, immer wird mit der Keule der Opfergenerierung zugeschlagen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Zustände nur behauptet oder zutreffend sind, die Opfer vielleicht auch Täter sind, die sich durch die Zerstörung ihrer lokalen Umwelt selbst in Schwierigkeiten gebracht haben, stets werden Zweifel am Opferstatus mit moralischer Entrüstung abgetan, weil eine differenzierte Betrachtung womöglich die Fehlerhaftigkeit der Behauptungen entlarven könnte.
Durch die Globalisierungsgegner ist eine neue Facette in die Umweltbetrachtung gekommen. Nicht nur, dass man nun vorgibt, eine globale Sicht der Dinge zu haben, die klassische linke Rollenverteilung, böse Kapitalisten gegen arme Habenichtse lässt sich als „Dritte Welt“ als Opfer der „Ersten Welt“, problemlos auf den ganzen Erdball übertragen. Weiterer Vorteil dieser mit simplifizierten "Umweltargumenten" angereicherten Industrienationenschelte ist, dass man beim Blick auf das Ganze alle nicht ins Konzept passenden Sachverhalte problemlos ausblenden kann. So ist dann keine Rede mehr von Überbevölkerung, Entwaldung, Degradation und Versalzung der Böden, Cashcrop-Produktion zu Lasten von Nahrungsmittelanbau und wenn doch, dann nur pauschal als unabwendbare Konsequenz des "Turbokapitalismus". Denn Opfer sind nur dann als Opfer instrumentalisierbar, wenn sie unschuldig, d.h. nicht zugleich auch Täter sind!
Die Opfergenerierung funktioniert, entgegen der klassischen psychosozialen Definition, sogar, in dem man alle Bewohner dieses Planeten zu potentiellen Opfern hochstilisiert, dann aber einer kleinen Minderheit den Täterstatus oktruyiert und damit als Opfer 2. Klasse abqualifiziert. Dieser Taschenspielertrick ist notwenig, um die Konsequenz daraus ableiten zu können: Den Täter-Opfer-Ausgleich!
Das beginnt mit dem Zahlen für eine Baumfällung oder den „ökologischen“ Erschließungsbeitrag auf kommunaler Ebene und geht bis zum Bezahlen der Emissionszertifikate für die globale "Umweltverschmutzung" CO2-Freisetzung. So fordert denn auch die UN Billionensummen für die "Dritte Welt" als Wiedergutmachung für angebliche Folgenschäden der Freisetzung von CO2 aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Folgerichtig müsste jeder Erdenbewohner auch eine entsprechende Steuer für das Ausatmen von CO2 zahlen! Fragt sich nur an wen? Aber es würden sicherlich genügend Aktivisten finden, die gerne die Hand aufhalten.
Gemeinsam ist dieser Strategie also, dass es um das geht, worum es immer geht, auch wenn noch so hehre Ziele vorgeschoben werden: um Geld!
Das erkannte schon Greenpeace, in dem die Organisation sehr frühzeitig professionelle Fundraiser, also Spendensammler einsetzte. Eigentlich muss man Spendeneintreiber sagen, denn die Methoden, mit denen um Spenden geworben wurde und wird, sind alles andere als zurückhaltend! Waren die frühen Aktionen noch dazu angetan, auf die Probleme aufmerksam zu machen und in zweiter Linie auf die Organisation und ihren Finanzbedarf, so hat sich das in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Aktionen müssen nunmehr nur noch möglichst spektakulär sein und dienen letztlich nur noch als Alibi für die Existenz der Organisation und ihres Apparats. Inhalte sind beliebig austauschbar und wirken im Zeitalter der "Klimakatastrophe" merkwürdig antiquiert. Das hat auch Thilo Bode gemerkt und wechselte zu Foodwatch, einer Organisation, die sich dem Nischenthema Nahrungsmittel verschrieben hat, weil die staatliche Lebensmittelüberwachung als kapitalhörig angesehen wird.
Auch in anderen Bereichen der Umweltbewegung geht es primär um Geld. So hat sich nicht nur die Zahl der Stellen in den staatlichen Institutionen, die sich mit dem Umweltschutz und neuerdings mit dem "Klimaschutz" befassen, explosionsartig vermehrt – insbesondere in der Grauzone privater, teilehrenamtlicher und universitätsnaher Aktivitäten hat sich ein unüberschaubares Konglomerat von gemeinnützigen Vereinen, Initiativen und Agenda-Gruppen - neudeutsch auf globaler Ebene gerne auch als NGOs genannt - gebildet, denen neben der Berufung zur Rettung der Welt eines gemeinsam ist: die unstillbare Gier nach Geld! Vorzugsweise öffentliche Mittel, aber man nimmt, wenn es denn gelingt, selbstredend auch private Sponsorengelder!
Nahezu allen Gruppen der Umweltbewegung ist gemeinsam, dass sie auf „Negativwerbung“ setzen. Das heißt, nicht das Schöne, nicht die Vielfalt des Lebens auf der Erde, nicht die unglaubliche Anpassungsfähigkeit seiner Arten wird thematisiert - nein - damit kann kein Geld „erwirtschaftet“ werden. Es sind stets schlechte Nachrichten, am besten Horrormeldungen, mit denen aufgewartet wird! „Only bad news are good news“ sagen schon lange die Journalisten und die Umweltbewegung hat sich dieser Maxime angenommen! Wie denn auch die Medien zu den treuesten Verbündeten der Umweltbewegung geworden sind!
Es fing damit an, dass man sogenannte „Rote Listen“ bedrohter Arten geschickt umfunktionierte. Waren das zunächst nur Arbeitsmittel für Ökologen, entwickelte sich der Begriff zu dem Totschlagargument der Umweltbewegung. Allein die Tatsache, dass eine Art auf einer dieser Listen stand, rechtfertigte in den Augen der Umweltbewegten jedwede Maßnahme, war sie auch noch so teuer und unsinnig! Da spielte es auch keine Rolle, dass jede Art am Rande ihres Verbreitungsgebiets auf einer solchen Liste stehen muss! Gelang es mit Hilfe der Medien ausreichend Druck auf Politiker auszuüben, spielte Geld plötzlich keine Rolle mehr.
Dann entdeckte die Umweltbewegung die "Umweltgifte"! Nun ist es beileibe nicht so, dass toxische Substanzen in den Umweltmedien Luft, Wasser, Boden, Pflanze und Tier keine Aufmerksamkeit verdient hätten und in den letzten 30 Jahren ist viel dazu getan worden, die Belastung der Biosphäre mit Schadstoffen deutlich zu reduzieren. Doch es entwickelte sich schnell ein Wettbewerb, immer größere Bedrohungsszenarien aufzubauen. Waren es in den Siebzigern noch die Makroschadstoffe Schwefeldioxid, Stickoxide und Stäube, die dann in den Achtzigern das Waldsterben verursachen sollten, waren es später dann die Dioxine und die Schwermetalle. Immer schneller drehte sich das Karussell, genannt "Schadstoff des Jahres"!
PCP, PCB, Per, Tri, gerne auch mit ihren unaussprechlichen und kaum zu merkenden Langnamen verwendet, die vielen exotischen Metalle, alles das sollte in so unvorstellbaren Mengen in Luft, Wasser, Böden und Nahrungsmitteln sein, dass es an ein Wunder zu grenzen schien, dass überhaupt noch jemand lebte. Wenn es dann etwas ruhiger um die Substanzen wurde, weil unabhängige Wissenschaftler – es gibt sie gottlob bis heute - festgestellt hatten, dass die befürchtete Gefahr bei weitem übertrieben worden war, dann wandte man sich Lebensmittelskandalen zu, wie Gammelfleisch, Würmer in Fisch oder die Bedrohung der Menschheit durch BSE, den Rinderwahnsinn! Und zur Zeit ist es halt der immer feinere Feinstaub, dessen vorgebliche Bedrohlichkeit zu so skurrilen Maßnahmen wie winzigen „Umweltzonen“ geführt hat!
Besonders aber hat sich die Umweltbewegung mit der Kernenergie befasst! Diese Technik eignete sich aus mehreren Gründen perfekt für die Umweltbewegung, ja war deshalb auch der Geburtshelfer der Bewegung selbst!
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