"Klimawandel, wann kommst Du endlich an?" Interview mit Michael Mürle PDF Drucken E-Mail
26.02.2011

Michael MürleAuf YouTube ist vor kurzem ein Video aufgetaucht, das sich mit dem Thema Klima musikalisch und auf eine Weise beschäftigt, die man so in Deutschland noch nicht gehört hat: "Klimawandel, Klimawandel, wann kommst du endlich an? Wir würden nicht mehr ständig in den Süden fliegen, und jede Menge CO2 sparen".

 

Ökowatch hat mit Michael Mürle, Inhaber einer Werbeagentur in Pforzheim und Schöpfer des Videos, gesprochen.

 

 

Ökowatch: Herr Mürle, seit kurzem gibt es von Ihnen im Netz ein Video zum Thema Klimawandel, das die ketzerische Frage stellt: "Klimawandel, wann kommst Du endlich an?"  Wie sind Sie darauf gekommen, ein nicht ganz ernsthaftes Video zum Thema „Klimawandel“ zu drehen?

 

Michael Mürle: Ich bin einer, der viel Sonne und Wärme braucht. So jemandem drängt sich die Frage nach der Ankunft des Klimawandels ja immer wieder förmlich auf. Auch wenn ich wohl weiß, dass Wetter und Klima zwei völlig unterschiedliche Themen sind.

Wenn man als Musiker erst mal so eine Hookline im Kopf hat, dann ist es nicht mehr weit zum fertigen Song. Den habe ich dann zusammen mit Freunden produziert. Und ohne Video wäre er eben in der Schublade gelandet.

 

"Jürgen Klimann und die Polkappen" als Interpreten - auf diese Mehrdeutigkeit muss man erst einmal kommen. Gehört das zur harten Arbeit im Studio oder entsteht so etwas bei einem Abend mit schwäbischem Trollinger? 

 

Nun, ich bin ja im „Hauptberuf“ Marketing-Berater und Werbetexter. Da müssen Ideen auf Knopfdruck entstehen. Das ist Alltag. Übrigens bin ich Badener, kein Schwabe. Und Trollinger macht Kopfweh.

 

Eine als Al Gore - der ehemalige US-Vizepräsident - verkleidete Person tritt in Ihrem Video auf. Wie ist es dazu gekommen? 

 

Im ersten Vers heißt es „...und wir starten in den Juni im Hallenbad.“ Deshalb wollte ich dieses schöne alte Jugendstilbad unbedingt nutzen. Dann stellt sich die Frage - wie bekommt man da Bewegung und Spannung rein? Mit einer Verfolgungsjagd. Wer könnte Jürgen Klimanns Gegenspieler sein? Na?

Al Gore war mir so lange sympathisch, wie er nur als Bushs Kontrahent auftrat. Sein Film hat mich mit seinem offensichtlichen Populismus maßlos geärgert. Ihm haben wir es zudem zu verdanken, dass wir unsere Wohnzimmer mit miesem Licht verschandeln müssen.

 

Haben Sie selbst keine Angst vor dem Klimawandel? Immerhin handelt es sich laut Al Gore um die "größte Bedrohung der Menschheit"? 

 

Ich bin kein Naturwissenschaftler und kann nicht beurteilen, ob es den Klimawandel gibt und was ihn gegebenenfalls verursacht. Aber ich sehe eine ganze Reihe akuter Bedrohungen, die sich mit Geld recht effektiv eindämmen ließen. Beispiele: Malaria, AIDS, generell Armut und Hunger.

Es ist zynisch, Zukunftsängste zu schüren und dafür das Geld auszugeben, das den wirklich Bedürftigen heute helfen würde.

 

Wie sind die Reaktionen auf das Video bisher ausgefallen? 

 

Ausschließlich positiv. Den grünen Baseballschläger habe ich noch nicht zu spüren bekommen.

 

Planen Sie weitere Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel oder anderen umweltpolitischen Themen?  

 

Nein, planen kann man solche spontanen Einfälle nicht.

 

Herr Mürle, vielen Dank für dieses Interview!

 

 

Das Interview führte Fabian Heinzel

 

Zum Video "Klimawandel"

 

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