| Landwirtschaftsmisere in Simbabwe: Klimawandel oder Politikversagen |
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| 13.01.2011 |
Autorenbeitrag von Steffen Hentrich
In der aktuellen Ausgabe des Magazins Entwicklung + Zusammenarbeit wird über den Einfluss des Klimawandels auf die Landwirtschaft in Simbabwe spekuliert. Dabei werden die Ernterückgänge der vergangenen Jahre auf den Temperaturanstieg und die Trockenheit zurückgeführt. Der Anstieg der Temperatur im vergangenen Jahrhundert läge mit 0,4 Grad Celsius zwar unter dem globalen Durchschnitt von 0,74 Grad Celsius, hätte jedoch schon jetzt verheerende Schäden angerichtet.
(Quelle: FAO)
Problematisch an dieser Ursachenanalyse ist nicht allein die Tatsache, dass der Temperaturanstieg in Simbabwe zu Problemen für die Landwirtschaft führte, weltweit dagegen die Agrarwirtschaft nicht daran hinderte, die landwirtschaftliche Produktion erheblich zu steigern. Nahezu ignoriert werden vielmehr die agrarpolitischen Defizite in dem afrikanischen Land. So schreibt Alex Magaisa auf NewSimbabwe.com, dass die desolate Situation der Landwirtschaft vor allem durch eine verfehlte Bodenreform und eine Eigentumspolitik hervorgerufen wird, die eine Herausbildung einer kommerziellen Landwirtschaft verhindert und ein Verharren auf dem Subsistenzniveau befördert. Etablierten weißen Farmern wurde im Zuge der Landreform der Boden entzogen und neuen Besitzern mit guten politischen Verbindungen zugeschoben, deren Interesse jedoch weniger in einer produktiven Landnutzung zu liegen scheint. Seiner Ansicht nach wird das Land seitdem unprofessionell und ineffizient genutzt. Zudem behindert die kleinteilige Landzuweisung, die rechtlich auf einer extrem unsicheren Grundlage erfolgte und der Gefahr andauernder Revisionen unterliegt, den Aufbau einer kommerziellen Landwirtschaft, die durch den Einsatz moderner Agrartechnologien auf großen Flächen Produktivitätspotentiale erschließt. Langfristige Investitionen erfordern solide Finanzierungsbedingungen, zu denen stabile Eigentumsrechte zur Sicherung von Krediten unabdingbar gehören. Dieses Manko ließe sich auch nicht durch staatliche Agrarförderung beheben, die ohnehin dazu beitrage, die Bauern in die Abhängigkeit von Behörden zu treiben und der Korruption Vorschub leiste. Schließlich sei die Zulieferindustrie für eine moderne Landwirtschaft in Simbabwe in einem bedauernswerten Zustand. Verweisen auf schwierige Witterungsbedingungen hält er entgegen, dass diese nicht neu für die Bauern in Simbabwe sind und Dürren bereits in den frühen achtziger und neunziger Jahren zu Anpassungsmaßnahmen zwangen. Ein wesentliches Problem seien demnach nicht die veränderten Witterungsbedingungen, sondern das zunehmend schlechter werdende Vermögen der Landwirtschaft, sich an diese anzupassen.
ursprünglich erschienen auf dem "Blog des Liberalen Instituts" |









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