| Das Durcheinander mit der Rückkehr des Waldsterbens |
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| 19.12.2010 |
Leserbeitrag von Ralf Sträter
Es ist inzwischen ein heilloses Durcheinander, im Spiegel vom 1. April 2000 - das Datum mag ein Zeichen gewesen sein, am ersten April erzählt man ja traditionell viel Unsinn - verkündete der Deutsche Klimaforscher und Lautsprecher Mojib Latif noch „So richtig kalte Winter mit Schnee und Frost wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben!“. Bis Mitte dieses Monats Dezember 2010 habe ich persönlich, ohne Klimaforscher zu sein, im Schweiße meines Angesichts im milden Klima Dortmunds etwa 25 Zentimeter der globalen Erwärmung weggeschippt, die sich auf dem Gehweg niedergelassen hat.
Es mögen jetzt viele Menschen sagen, Latifs Prognose sei falsch gewesen, denn 25 Zentimeter sind für Dortmund nach gemeingültiger Definition "viel Schnee", das sollte die Klimaforscher etwas leiser werden lassen. Aber nix da, die Rheinische Post vom 14.12.2010 berichtet vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung: "Der Winter hat noch nicht einmal kalendarisch angefangen, da ächzt Deutschland bereits unter Schnee und tiefen Temperaturen. Das muss kein Einzelfall bleiben: Strenge Winter könnten künftig in Mitteleuropa häufiger auftreten, glauben Klimaforscher. Schuld ist ausgerechnet die Erderwärmung im Zuge des Klimawandels."
Die Betonung liegt hier auf dem Wort "glauben". Ich glaube zwar nicht so viel und schon gar nicht, dass eine Argumentation irgendetwas wie Schlüssigkeit besitzt, wenn sie lautet „Überall auf der Welt wird es so warm, dass es nicht auszuhalten ist, dafür wird es bei Dir kälter, das hast Du nun davon, Du mit Deinem Kohlendioxyd.“ Dennoch las ich weiter. „Arktische Nordostwinde werden nun in Richtung Südwesten gelenkt und sorgen so für Tiefkühl-Temperaturen in unseren Breiten.“ Dass ich zur Schule ging, ist schon eine ganze Weile her. Mir wurde seinerzeit beigebracht, dass mit der Windrichtung die Richtung bezeichnet wird, aus der der Wind kommt (für mich als Ingenieur ist das zwar nicht so einzusehen, denn in der Technik sind Richtungen immer die, in die sie zielen - vgl. z.B. Fahrtrichtung - der Meterologe an sich blinkt links und fährt rechts). Das heißt aber dann auch, dass man "arktische Nordostwinde", die ja aus Nordost kommen, nicht extra nach "Südwest umlenken" muss, da sie ja ohnehin diese Richtung haben.
Was hat das ganze nun mit dem Waldsterben zu tun?
Ich war so froh, nichts mehr vom Waldsterben lesen zu müssen. Nach dem Bericht 2009 ist der Wald zwischen 1992 und 2008 um 176 Quadratkilometer gewachsen, und da ich im Herbst zu faul war beim Baumschnitt, wuchert es auch mir den ganzen Garten zu. Bislang lehnte ich mich also zurück in der Annahme, das Waldsterben sei wohl ausgefallen. Nach aktuellen Ergebnissen des Waldschadensberichts machte es aber nur Pause und geht jetzt in die zweite Halbzeit. Dies berichtet zumindest das Umweltmagazin des renomierten Springer Fachbuchverlags (nicht zu verwechseln mit Axel Springer).
"NRW-Wald kämpft nach saurem Regen nun mit dem Klimawandel". Das alles unter Berufung auf Berichte des "NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz".
Es bleibt mir übrig, mich zu fragen, ob dies tatsächlich nicht so sehr ein Hilferuf des Waldes, sondern vielmehr ein geradezu Hilfeschrei der "Waldschadenforscher" ist, die ihre schönen Forschungsgelder in die Klimaforschung abwandern sehen. Denn man könnte doch so schön erforschen, ob der Wald wegen der globalen Erwärmung den Hitzetod stirbt, oder ob er - wegen des ganz oben beschriebenen Effekts - vielmehr erfriert.
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Kommentare
http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/lord-monckton-in-cancun-hat-der-westen-abgedankt/
Aber mal im Ernst - wie kann täglich so viel Blödsinn publiziert werden? Man stelle sich vor, die Auto-Industrie würde mit diesem Qualitäts-Standard arbeiten. Da käme kein Journalist mehr pünktlich zur Arbeit...
sb
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