Mietexplosion durch Sanierungszwang befürchtet PDF Drucken E-Mail
Eingestellt von: ökowatch   
16.09.2010

Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, dass bis 2050 alle Gebäude so saniert und isoliert werden müssen, dass sie keine Energie mehr verbrauchen.  Die Kosten für diese Sanierungsmaßnahmen taxiert das Bauministerium auf bis 2,4 Billionen (2.400 Milliarden) Euro.  Die Mieten würden sich in der Folge verdoppeln, teilweise sogar verdreifachen, hat der Branchenverband Haus&Grund (H&G) laut Bericht der Bild - Zeitung errechnet.

 

So würde zum Beispiel die Sanierung eines in den 70er-Jahren errichteten Mietshauses mit acht Wohnungen à 60 und 80 Quadratmeter rund 600.000 Euro kosten.  Die Kaltmiete für die Mieter würde damit rechnerisch um 690 Euro pro Monat steigen.  Eine drastische Erhöhung ließe sich auch durch die eingesparten Nebenkosten bei der Heizung und beim warmen Wasser nicht wieder auffangen.  

Kritik kommt auch vom Mieterbund, der sich ebenfalls sicher ist, dass Mieter die Modernisierung mit höheren Kosten bezahlen müssen.  Erste Politiker wollen das Paket jetzt entschärfen.  Im Gespräch ist unter anderem eine „Abrissprämie“ für nicht sanierungsfähige Häuser.  Dennoch rechnen Experten mit Klagen gegen den Sanierungszwang.  „Die Nullemission-Pläne der Regierung sind nicht wirtschaftlich umsetzbar, folglich rechtlich unzulässig“, so H&G-Generalsekretär Andreas Stücke.

 

Quelle: http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2010/09/16/klima-gesetz-mieten/kosten-jedes-jahr-erhoeht.html

 

Kommentare  

 
# Scaramouch 2010-09-17 16:54
Als Besitzer eines dann wohl als "nicht sanierungsfähig" geltenden EFHs sind wir mehr als schockiert. Unser Haus, BJ 1933, sehr gute Bausubstanz, liebevoll restauriert und renoviert, schimmelfrei und mit Holz vom eigenen Grundstück beheizbar, hatten wir uns v.a. als Altersvorsorge zugelegt. Die erforderlichen "Sanierungs"-maßnahmen wären nie und nimmer wirtschaftlich (außer natürlich für die ausführenden Firmen und über die MWSt letztlich auch für den Staat) und machen aus jedem gesunden Massivbau eine Schimmelbude, von der Ökobilanz der eingesetzten Materialien mal ganz abgesehen. Was hier derzeit entsteht ist nichts anderes als eine Enteignung zu Gunsten von Staat und Baulobby. Ich finde das derart skandalös, dass ich mir eine Realisierung dieses Wahnsinns nur schwer vorstellen mag. Wie lässt sich dieser Unfug bloß stoppen?!
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# Bibliothekar 2010-09-18 05:16
Wichtig ist, daß man nicht, wie bei der Umweltplakette für Fahrzeuge, über einzelne Betroffene oder Nichtbetroffene diskutiert und, wie diese Gruppen in der Zusammensetzung geändert werden könnten, sondern, daß man diesen Weg, so wie er angedacht ist, rundum ablehnt, ohne wenn und aber.
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