Vom Vorurteil der Überbevölkerung PDF Drucken E-Mail
2.08.2010
Autorenbeitrag von Fabian Heinzel

 

„Wenn die Menschheit nicht aufhört, sich auszubreiten, so steht ihr ein vorzeitiger Untergang bevor.  Hungersnöte, Epidemien und Seuchen werden sie heimsuchen.“


Um das Jahr 1790 herum warnte der britische Ökonom Thomas Malthus mit diesen drastischen Worten vor den Gefahren der Überbevölkerung.  Zu diesem Zeitpunkt hatte der gesamte Planet ca. 980 Millionen Einwohner.  Diese Zahl hat sich bis heute nahezu versiebenfacht.  Und obwohl es immer noch Hunger und Armut in vielen Ländern der Erde gibt, haben sich der Lebensstandard und die Lebenserwartung in den letzten zwei Jahrhunderten überall auf der Welt deutlich erhöht.

 
In China leben im Jahre 2010 beispielsweise mehr Menschen als zu Malthus' Lebzeiten in allen Ländern der Erde zusammen.  Dennoch leben sie weit besser als in den 1790er Jahren.  Die deutlichste Veränderung der Lebensumstände hat dabei erst im 20. Jahrhundert stattgefunden.  1949 betrug die Bevölkerungszahl in China 540 Millionen, die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 36,5 Jahren.  Heute beträgt die Bevölkerungszahl 1,3 Milliarden – die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren.  

Die Annahme, dass Überbevölkerung der Menschheit zahlreiche Probleme beschere, basiert nicht auf Fakten, stellt Brendan O 'Neill in der britischen Internetzeitschrift Spiked klar.  Den Ansatz der Studie zur Weltbevölkerung, die die Royal Society of London innerhalb der nächsten zwei Jahre erstellen will, betrachtet er daher mit Skepsis.  Denn das Ergebnis scheint schon vorher festzustehen:  Es gibt zu viele Menschen, die Überbevölkerung ist verantwortlich für zahlreiche Umwelt- und Armutsprobleme.

Die Daten sprechen jedoch eine andere Sprache.  Die Menschheit hat in den letzten 200 Jahren mehr Fortschritte hinsichtlich ihres Lebensstandards gemacht als in den 20.000 davor – allen Bevölkerungsexplosionen zum Trotz.  Oder vielleicht gerade wegen dieser Explosionen.  Denn der Austausch von immer mehr Ideen dürfte dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben.

 

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